Karate Bunkai – Omote / Ura / Okuden

Alle, die sich intensiver mit Karate Katas beschäftigen, kommen irgendwann an den in der Überschrift genannten Wörtern vorbei.

Interessant ist hier, dass jeder erfahrene Karateka eine andere Vorstellung hat.

Auch mich hat das Thema interessiert, gerade eben, weil es immer wieder andere Erkärungen für die Bedeutung dieser Worte gibt.

Aber was bedeuten „Omote“ „Ura“ und Okuden und wann und wie benutzt man diese Beschreibung einer Technik in der Karate Kata?

Fangen wir doch mal mit „Omote“ an. Viele verwenden „Omote“ ohne das ebensowichtige „Ura“ zu erwähnen. Im Japanischen gibt es das aber nicht, es ist so ähnlich wie Vorder- und Rückseite. Es gibt nicht immer nur eine Vorderseite, auch wenn man die Rückseite manchmal gar nicht sehen möchte.

„Omote“ beschreibt das „Offensichtliche“. Nehmen wir die Heian Shodan und den Age-Uke. Es ist ja offensichtlich, dass es ein Jodan (Oben, in Kopf Höhe) Verteidigung eines Tsuki’s ist. Somit könnte man sagen, beim Bunkai könnte man genau diesen Block zeigen und wäre damit in der „Omote“ Beschreibung.

„Ura“ beschreibt die Rückseite der Technik, einen anderen Blickwinkel wenn man so will. Denn wie viele sicherlich wissen, ist jeder Block auch ein Angriff. Gehen wir hier zurück zur Heian Shodan und stellen uns den Age-Uke vor. Er wird im Vorwärts gehen ausgeführt, könnte also auch als Angriff unter den Hals (aufs Kinn) benutzt werden.

„Okuden“ macht das ganze noch interessanter, denn das ist die Interpretation des Meisters, der evtl. noch eine ganz andere Vorstellung der Technik und Anwendung hatte. Gehen wir hier auf die Heian Shodan und den Age-Uke zurück, könnte die Anwendung hierfür weder ein Block noch ein Angriff sein, dass liegt ganz und gar im Ermessen des Lehrers – Es ist sozusagen seine Interpretation und wurde vielleicht auch so überliefert. In dem Zusammenhang hatte ich auch den Begriff „Honto“ gehört, der eben das „Wirkliche“ in der Kata beschreibt. Okuden ist somit die interessanteste Facette und abhängig von Überlieferungen oder Vorstellungen des Lehrers.

Ich denke die Begriffe lassen noch mehr Spielraum für Kreativität in der Kata – Denkt daran, wichtig ist, dass die Technik für einen selbst funktioniert und das hängt von vielen Faktoren ab, daher würde ich auch sagen, dass es nicht nur eine Art der Ausführung gibt. Abhängig von vielen Faktoren muss die Technik in der Anwendung einfach funktionieren. Interessant sind die „Okuden“ der verschiedenen Lehrer in jedem Fall.

Was denkt ihr? Sind euch diese Begriffe schon untergekommen – welche Meinung dazu habt ihr – Schreibt es in die Kommentare!

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